Kaum einer von uns kann morgens auf ihn verzichten: der Kaffee. In unserer Gesellschaft, in der Stress und wenig Schlaf am Tagesplan stehen, ist er der Retter in der Not. Wir wollen mit dem Mythos Kaffee ein bisschen aufräumen und euch einen Weg zeigen, um Kaffee einfach genießen zu können.

Die Sache mit dem Kaffee

Kaum einer von uns kann morgens auf ihn verzichten: der Kaffee. In unserer Gesellschaft, in der Stress und wenig Schlaf am Tagesplan stehen, ist er der Retter in der Not. Viele von uns sind auf den morgendlichen Kaffee sowie den Kaffee in Arbeitspausen angewiesen. Um wach zu bleiben, um die Verdauung in Gang zu halten – gefühlt, um überhaupt funktionieren zu können. Doch ob Kaffee nun ungesund oder doch förderlich für die Gesundheit ist, darüber gibt es viele Meinungen, die große Verwirrung stiften. Wir wollen mit dem Mythos Kaffee ein bisschen aufräumen und euch einen Weg zeigen, um Kaffee einfach genießen zu können.

 

Was bewirkt der Kaffee in unserem Körper?

Koffein macht wach. Es dockt an die Adenosinrezeptoren an und verdrängt dabei den körpereigenen Botenstoff Adenosin, welcher dafür verantwortlich ist, die Herzfrequenz zu verlangsamen und den Blutdruck zu senken – also den Körper auf Ruhemodus zu stellen. Folgen von Koffeinkonsum sind ein schnellerer Herzschlag, oft beginnen wir etwas zu zittern und zu schwitzen und unser Harndrang wird gesteigert. Gleichzeitig steigert Koffein aber auch unsere Aufmerksamkeit und zügelt unseren Appetit, außerdem regt es die Fettverbrennung an. Also eigentlich eine tolle Ergänzung zum Training.

Für manche Menschen, die eher zu niedrigem Blutdruck tendieren, kann das Koffein hilfreich sein, um den Kreislauf anzuregen und in „die Gänge“ zu kommen.

Gefährlich wird Koffein erst in sehr großen Mengen, oder bei Herzproblemen und Bluthochdruck.

Nicht optimal ist die Mischung von Kaffee und Kuhmilch, da das tierische Protein den Autophagie-Prozess hemmt, welcher dafür zuständig ist, die Zellen gesund und leistungsfähig zu halten. Die Lösung: Schwarz oder mit einer pflanzlichen Milchalternative genießen.

 

Unterschiedlich ausgeprägte Wirkung

Es steht fest, dass Kaffee bei jedem Menschen anders wirkt. Während die einen die aufmunternde Wirkung fast instant spüren, dauert es bei anderen oft längere Zeit, bis der wachmachende Effekt eintritt. Bei manchen ist das Koffein nach vier Stunden verstoffwechselt, bei anderen lässt es sich noch nach acht Stunden im Organismus nachweisen. Studien haben festgestellt, dass Kaffee bei Frauen oft doppelt so lange wirkt, wie bei Männern. Doch nicht nur das Geschlecht, sondern auch das Alter und aktuelle Lebensumstände (Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme, etc.) haben große Auswirkungen auf die Wirkung des Kaffees im Körper.

Gewöhnungseffekt

Der menschliche Körper gewöhnt sich sehr schnell an etwas. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, stellt irgendwann fest, dass all die Sensationen, die der Kaffee anfangs ausgelöst hat, immer schwächer werden. Der Körper gewöhnt sich an das Koffein. Für manche Menschen ist es dann sogar möglich, spät abends eine Tasse Kaffee zu genießen und wie ein Baby zu schlafen. Koffein wirkt kurz nach der Aufnahme im Körper sogar einschläfernd; wer aber ohnehin schon eher schlecht schläft, sollte nicht später als zu Mittag den letzten Kaffee trinken, da sonst auch Schlafstörungen auftreten können. Hier gilt: Ausprobieren, beobachten, auf den eigenen Körper hören und nur tun, was einem persönlich guttut.

 

Entkoffeiniert – die Lösung?

Viele Menschen, die Koffein nicht gut vertragen, aber auf den Geschmack von Kaffee nicht verzichten wollen, steigen auf entkoffeinierten Kaffee um. Kann das die Lösung sein? Dazu schauen wir uns zuerst einmal an, wie das Koffein überhaupt aus dem Kaffee kommt. Zuerst quellen die grünen Kaffeebohnen in warmem Wasser oder unter Wasserdampf, um dann mit einem Lösungsmittel das Koffein aus den Bohnen zu extrahieren. Dieses Verfahren wird mehrmals wiederholt, da immer nur ein ganz kleiner Teil Koffein extrahiert werden kann. Am Ende sind etwa 97% des Koffeins entfernt, jedoch leider Rückstände des Lösungsmittels im Kaffee enthalten. Außerdem werden von den etwa 400 natürlich enthaltenen chemischen Bestandteilen, die den Geschmack des Kaffees ausmachen, die meisten mitentfernt, was dazu führt, dass entkoffeinierter Kaffee oft wässrig und fad schmeckt. Wir schließen daraus: Koffeinfreier Kaffee sollte auch nicht die Lösung sein, weder geschmacklich und schon gar nicht gesundheitlich.

 

Balance ist die Lösung

Der einzige Weg, Kaffee genießen zu können, ist, wie überall im Leben einen Mittelweg zu finden. Macht euch bewusst, dass Kaffee ein Genussmittel ist und nicht als Energielieferant missbraucht werden soll. Wer ohne Kaffee keine Energie hat, sollte nach der Ursache suchen, nicht die Symptome ersticken. Meistens wird in diesem Fall zu wenig nährstoffreich gegessen. Man sollte nicht abhängig von Kaffee sein, ihn nicht jeden Tag „brauchen“, sondern bei Gelegenheit bewusst genießen. Er hat einige Vorteile für die Gesundheit, aber auch Nachteile, die sich jedoch erst dann bemerkbar machen, wenn Kaffee im Übermaß genossen wird. Und zudem müssen wir uns daran erinnern, dass Kaffee bei weitem nicht der einzige Faktor ist, ob wir nun gesund oder ungesund leben. Wer auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achtet und kann auch hier und da einmal eine Tasse zu viel des flüssigen, schwarzen Goldes genießen und trotzdem kerngesund sein.